Ratgeber Anschreiben · Teil 2: Schlusssatz
Anschreiben Schlusssatz: Formulierungen, Beispiele & was man weglässt
Der Schlusssatz ist der letzte Eindruck deines Anschreibens — und er wird fast immer zu weich formuliert. "Ich würde mich freuen, wenn ich Sie in einem persönlichen Gespräch von mir überzeugen könnte" klingt nach Bitte, nicht nach Überzeugung. Ich zeige dir acht Formulierungen, die funktionieren, und erkläre, warum Konjunktive hier Gift sind.
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Anschreiben schreiben lassen →1) Das Konjunktiv-Problem: Warum "würde" und "könnte" schwach klingen
Der Konjunktiv signalisiert Bedingung und Unsicherheit. "Ich würde mich freuen" bedeutet: Unter bestimmten Bedingungen wäre Freude möglich. "Ich freue mich" ist eine Tatsache.
In der Praxis nehmen Personaler Konjunktive im Schlusssatz nicht bewusst wahr — aber sie hinterlassen einen Eindruck. Wer den Abschluss eines Anschreibens mit einem Konjunktiv formuliert, kommuniziert unbewusst: Ich bin nicht sicher, ob ich gut genug bin.
Diese Formulierungen vermeidest du:
- "Ich würde mich freuen, wenn ich Sie in einem Gespräch überzeugen könnte."
- "Es wäre schön, mehr über die Position zu erfahren."
- "Ich hoffe, dass meine Unterlagen Sie ansprechen."
- "Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen."
- "Sollten Sie Interesse haben, stehe ich gerne für ein Gespräch bereit."
2) Acht Schlusssatz-Formulierungen die funktionieren
Diese Formulierungen sind direkt, klar und einladend — ohne Konjunktive und ohne Weichspüler. Passe sie an deine Situation an.
Standard — funktioniert immer:
- "Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch und stehe ab sofort zur Verfügung."
- "Über eine Einladung zum Gespräch freue ich mich — meine Verfügbarkeit stimme ich gerne kurzfristig mit Ihnen ab."
- "Ich freue mich auf den nächsten Schritt und bin ab [Datum] verfügbar."
Mit Verfügbarkeit — bei längerer Kündigungsfrist:
- "Ich freue mich auf ein Gespräch. Meine Kündigungsfrist beträgt drei Monate, ein Starttermin ab [Monat/Jahr] ist realistisch."
- "Ich bin ab dem 1. September 2026 verfügbar und freue mich auf ein persönliches Gespräch bis dahin."
Für Berufseinsteiger oder Initiativbewerbungen:
- "Ich freue mich auf die Möglichkeit, mich persönlich vorzustellen — und Ihnen zu zeigen, wie ich zum Team beitragen kann."
- "Ich freue mich darauf, im Gespräch mehr über die Rolle und das Team zu erfahren, und stehe ab sofort zur Verfügung."
Direkter — für Führungspositionen oder Senior-Rollen:
- "Ich freue mich auf ein Gespräch, in dem wir konkret besprechen können, wie ich die Ziele Ihrer Abteilung unterstütze."
3) Was nach dem Schlusssatz kommt — und in welcher Reihenfolge
Aufbau nach dem Schlusssatz:
- Grußformel — "Mit freundlichen Grüßen" (Standard), oder "Freundliche Grüße" in lockeren Unternehmenskulturen.
- Unterschrift — eingescannt oder digital erzeugt. Bei Bewerbungen per Mail oder Portal reicht der gedruckte Name.
- Dein Name — voll ausgeschrieben, keine Abkürzungen.
- Anlagenhinweis (optional) — "Anlagen: Lebenslauf, Arbeitszeugnisse, Arbeitsproben". Nur wenn du keine separate Anlage-Seite hast.
"Hochachtungsvoll" ist veraltet und klingt unterwürfig — lass es weg. "Mit freundlichen Grüßen" ist der deutsche Standard und der richtige Abschluss für 99 % der Bewerbungen.
4) Gehaltsvorstellung im Schlusssatz — oder besser im Hauptteil?
Wenn die Gehaltsvorstellung explizit gefragt wird, gehört sie in den Hauptteil des Anschreibens — nicht in den Schlusssatz. Der Schlusssatz soll die Einladung zum Gespräch sein, keine Preisverhandlung.
Manche formulieren es so: "Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 62.000 Euro brutto jährlich. Ich freue mich auf ein Gespräch." Das ist akzeptabel, wenn der Gehalts- satz wirklich der letzte inhaltliche Punkt im Anschreiben ist. Besser ist es aber, die Gehaltsvorstellung in einem eigenen Satz im Hauptteil unterzubringen.
Häufige Fragen zum Anschreiben-Schlusssatz
Was kommt nach dem Schlusssatz?
Grußformel ("Mit freundlichen Grüßen"), Unterschrift, Name, optional Anlagehinweis.
Soll ich mein Startdatum nennen?
Nur wenn du eines hast oder es verlangt wird. "Ab sofort" ist immer eine Option. Ein genaues Datum zeigt Planung.
Ist "Ich würde mich freuen" wirklich falsch?
Grammatisch nicht — aber rhetorisch schwächer als die Indikativ-Variante. "Ich freue mich" ist direkter und klingt überzeugter.
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